Liebe Freunde, Vereinsmitglieder und liebe Mitstreiter.
Man glaubt es nicht, aber das mittlerweile 30.Jubiläumsjahr unseres Engagements für die Ovahimba endet 2025.
Die Realisierung unseres Vorhabens fing ganz bescheiden an, für uns damals als eine Vision, ohne als Idealisten die Realität zu kennen.
Man sah in den Medien über das südliche Afrika hier etwas, hörte dort etwas, las Berichte und Beschreibungen, die dem jeweiligen Verfasser mit unterschiedlichster Motivation und Ausrichtung entsprangen.
Viel Lehrgeld haben wir bezahlt. Aber eines haben wir zu keiner Zeit verlassen, nämlich unsere Richtung, unsere Grundsätze und unsere Werte. Mehrfach wollte man den Verein mit vergifteten Angeboten vereinnahmen, denn die Akzeptanz und der Nachweis der Seriosität verschlingen in der Anfangsphase eine Menge Zeit und auch Geld.
Jeder ehrliche Partner wird von uns in seiner Eigenheit gewürdigt bzw. jeglicher Wunsch wird, sofern er unter den gegebenen Umständen machbar und angemessen ist, erfüllt. Schon aus Respekt gegenüber den Gebenden und aus dem Verständnis heraus für die Wünsche der Empfänger.
Die Nehmenden, the beneficiaries – ein Kapitel für sich.
Die völlig andere Sichtweise auf das Leben, die völlig anderen Werte, das andere Verhältnis zu Rechten, Pflichten und der Blick auf einen Arbeitsprozeß, der Konstanz, perspektivisches Denken, als auch Pflichtgefühl benötigte (Konjunktiv), läßt uns manchmal ratlos zurück. Das Jahrhunderte währende Leben als Halbnomaden hat sie geprägt. Es sicherte ihnen das Überleben selbst unter kärglichsten Bedingungen und wenn am Abend Mensch und Tier gesättigt waren, war der Tag gut. Im Grunde ist es noch heute so.
Jetzt fehlen einfach Grundvoraussetzungen, die nach der Unabhängigkeit zur Pflicht und zwar kostenlos, hätten bereitgestellt werden müssen. Zunächst, daß jeder Einwohner die offizielle Landessprache erlernt, um überhaupt kommunizieren und sich selbst bilden zu können. Ein Ovahimba ist ohne Englischkenntnisse in der Hauptstadt aufgeschmissen. Die Älteren greifen auf Afrikaans zurück, aber jüngeren Jahrgängen ohne Schulabschluss ist alles/vieles verschlossen.
In den ersten Jahren Namibias war der Schulbesuch mit allen Nebenkosten kostenpflichtig. Wer sollte das aber für 5 – 10 Kinder alles bezahlen? Wer paßt dann auf die Ziegen und die kleinen Geschwister auf, wer holt Wasser und Feuerholz, was die Aufgaben der Halbwüchsigen waren und nach wie vor sind…
In vielen schönen und langen Worten wird jahraus, jahrein über Investitionen in verschiedene Sektoren gesprochen, auch in den Bildungssektor. Dennoch fehlt es überall an allem. Wenn man die Realität (s.o.) betrachtet, stellt man sich viele Fragen.
Warum sitzen die Kinder, der Schatz eines Landes, noch immer in solchen Schulen?

Warum verfügen sie nicht über ausreichend Unterrichtsmaterialien?
Warum wird die Schulspeisung immer verzögert oder gar nicht ausgeliefert?
Warum wird niemals etwas von Seiten der Schulbehörde repariert ?
u.v.a.
Auf all diese Fragen gibt es keine befriedigenden Antworten und es hilft den Kindern (!!!!!) nur eins, nämlich das tun was Ihr/Sie und wir tun: Tatsachen schaffen = Kindergärten und Schulen bauen samt Ausstattung, Wasserversorgung sichern, bei Bedarf sofort Lebensmittel zur Verfügung stellen und in jeder Beziehung die Kinder fördern.
Die Begabtesten werden in weiterführende Schulen delegiert, ggf. wird ein Studium finanziert.
Unser erster Volontär Philipus, der gerade die 10.Klasse in Okanguati absolviert hatte und dem Andreas das Einmaleins sowie den Umgang mit Werkzeug sowie einfache Installationsarbeiten beibrachte, wurde dann von einer Geologie/ Evaluierungsfirma angestellt – heute reist er mit einer ebensolchen Firma durch ganz Afrika und die Welt,als zuverlässiger Mitarbeiter.
Vor Ort können mit Eurer Hilfe (mit den Geldgebern sind wir per Du) nun Kenntnisse im Tischlereihandwerk mit umwerfenden Ergebnissen vermitteln, es existiert eine Metallwerkstatt, die Möbel und Spielgeräte zusammenschweißt, ein Hausmeisterservice ist im Aufbau (speziell auch für von uns gebaute Schulen und Kindergärten) und streicht zur (Wieder)Verwendung in Schulen und Kindergärten. Und ganz wichtig – diese Vermittlung von Kenntnissen betrachten wir in unserem Areal als Lehrlingsausbildung, was sie im Endeffekt auch ist – erstmal ohne „staatlich anerkannten“ Abschluß… – aber kommt es darauf unbedingt an? Sollen die Schulabgänger lieber wieder Rinder- und Ziegen hüten und ihre in 10 oder auch 12 Jahren erworbene Bildung unter Bäumen verschlafen?
Oder ist es nicht besser, daß sie mit ihren erworbenen Kenntnissen überall in Namibia einen Job finden würden, oder besser, idealer, ihre erworbenen Kenntnisse hier in der Region einsetzen? – Unser Ausbildungszentrum Schritt für Schritt in eine kleine Manufaktur umwandeln, ihre Kenntnisse dann auch an weitere Lehrlinge weitergeben und in noch ferner Zukunft kostendeckend und mit Gewinn arbeiten? Dank Stefan und Familie, Marta und Günther, Moni und Georg kann das Kaokoveld anfangen aus dem Traum unter Bäumen zu erwachen und wach an einer neuen, gewünschten Realität zu arbeiten – auch traditionell, aber mit dem Rüstzeug für eine Zukunft.
Die neuesten Vorhaben sind 2 ha Mischwald mit heimischen Bäumen, Wiederaufforstung der Galeriewälder entlang des Omuhonga- und Okanguatiriviers mit Kameldornbäumen, Anabäumen und Wildfeigenbäumen, ein kleiner, botanischer Garten… Das sind Dorit und Peter, die sich auch sehr in der Begabtenförderung engagieren! Der notwendige Zaun ist bereits gezogen, die ersten Gruben gegraben und Bäume aus der Anzucht warten auf die Pflanzung. Dies ist ein sehr aufwändiges Projekt, weil sehr viel Naheliegendes berücksichtigt werden muß, um es zum Erfolg zu führen.
Und wie die „Zufälle“ so spielen, können wir sogar den von uns ursprünglich finanzierten nunmehr Masterstudenten für dieses Projekt als Verantwortlichen unter Vertrag nehmen. So schließt sich der Kreis, denn auch er will nach Abschluß des Studiums in seiner Heimat Okanguati bleiben.
Unser Ziel muß es bleiben, die talentiertesten und befähigtsten Kinder in den Schulen zu finden. Dazu braucht es Kindergärten, Schulen, Engagement und eben auch Geld.
Insofern danken wir allen, die sich auf irgendeine Weise an diesem großartigen Vorhaben, was es im Laufe der Jahre geworden ist, beteiligen. Einen riesigen Anteil am Bau der Schulen und weiteren Einrichtungen hat die Stiftung fly&help, die mit uns seit 2015 zusammenarbeitet. Über 200 Projekte durften wir mit ihnen durchführen, allein in 2025 über 23 Projekte vom Schulbau, Kindergärten und Wasserversorgung. Die Namen der Schulen ersparen wir Euch – zu 98% alle mit „O“.
Im Namen der Kinder bedanken wir uns herzlich für Ihr Engagement in Namibia und vielen anderen Ländern der Welt.
Wir alle können stolz auf unsere Kinder sein, die zur Schule gehen können oder bereits ihren Berufen nachgehen.
So hat man nicht umsonst gelebt.
In dem Sinne wünschen wir allen ein frohes Weihnachtsfest mit Einkehr und Besinnlichkeit, vor allem innerer Ruhe.
Wir danken allen von Herzen für die nicht versiegende Hilfe bei der Weiterführung und dem Ausbau der laufenden Projekte.
Eure Gisela und Andreas Horn
Nachtrag: Über Probleme möchten wir nicht reden, die lösen wir, mal besser, mal schlechter. Aber Eines ist uns wichtig – man hat jetzt in Namibia neue „Standards“ – die man sich wohl irgendwo aus dem Internet gezogen hat und an der Realität vollkommen vorbeigehen. Zu Eurer Übersicht einmal heutige „namibianische Standards“ und unsere… ( siehe Fotos).


(Namibianische Standards)


(Unsere Standards)
Aber für Euch noch ein „Weihnachtslied“ von dem von uns unterstützten Himbachor anbei❤️.
Und wer noch kein „Himbaeigenheim“ kennt – Foto von oben anbei…🙂

Unsere Kontoverbindungen für Hilfe und Unterstützung haben sich nicht geändert:
Spendenkonten:
Deutsche Kreditbank DKB
Projekt Kaokoland e. V.
Kto.nummer: 1020162317
IBAN DE22120300001020162317
BIC BYLADEM 1001
ODER:
Berliner Volksbank
Projekt Kaokoland e. V.
Kto.nummer: 1279174000
IBAN DE73100900001279174000
BIC BEVODEBB
Projekt Kaokoland e.V.
